Unsere Geschichte

Bremen hatte im 14. Jahrhundert etwa 20000 Einwohner. An der Spitze der Bevölkerung standen die Grundbesitzer und die Kaufleute. Die Mittelschicht wurde von den Kleinhändlern und Handwerksmeistern gebildet. Sie waren in Gilden und Zünften zusammengefaßt. Die Unterschicht hatte keinen Einfluß.

Obwohl die Stadt nicht groß war -verglichen mit den heutigen Städten-, gab es ständig Streitereien zwischen der Oberschicht und der Mittelschicht. Besonders frech waren einige der jüngeren Bürger der Oberschicht, reiche und einflußreiche Männer, die sich alles herausnahmen, wohl wissend, daß sich niemand getraute, gegen sie aufzutreten.

Einer der schlimmsten war Gottschalk Frese, dessen Haus an dem Platz des Alten Rathauses stand. Sein Gegenspieler war der in Bremen populäre Arnd von Gröpelingen, der sich an die Spitze jener Männer gestellt hatte, die sich mit den Gewaltakten der anderen nicht abfinden wollten. Auch Arnd von Gröpelingen gehörte zur Oberschicht. Er war Ritter und Ratsmann.

Die Frese-Partei beschloß, den unbequemen Gegner zu töten. Knechte drangen im Jahre 1304 in das Haus von Arnd von Gröpelingen ein und kamen gerade rechtzeitig, als Arnd im Sterben lag. Die Diener des Ritters warfen sich schützend über den Kranken. Es nützte nichts. Der populäre Arnd von Gröpelingen und seine Diener wurden von den Eindringlingen erstochen.

Damit allerdings hatte man das Faß zum Überlaufen gebracht. Die Bürger Bremens erhoben sich und vertrieben die Mörder und ihre Sympathisanten aus der Stadt. Frese und seine Spießgesellen gaben nicht auf. Sie belagerten mit von ihnen angeworbene Söldner die Stadt - ohne Erfolg.

Stattdessen suchten die Bürger im Jahre 1305 die Schlacht. Sie rückten über die Lesum vor und vertrieben die Belagerer, wobei -wie erzählt wird- vierzehn Burgen, deren Besitzer der Frese-Partei angehörten, zerstört wurden. Auch die festen Häuser in Bremen, die den Mitgliedern der Frese-Partei gehört hatten, wurden zerstört.

Das aristokratische Patriziat verlor seine Vorrechte, das Selbstbewußtsein der bürgerlichen Gemeinschaft war gestärkt worden, was für die künftige Auseinandersetzung mit den Landsherrn, den Erzbischöfen, von großer Bedeutung war.